Was die Gefühlsreaktionen unser Kinder über unsere eigenen Gefühle sagen möchten - Teil 1

 

In meiner pädagogischen Arbeit habe ich bemerkt, dass leider schon viele Kinder sich über Gefühle lustig machen, sie nicht ernst nehmen und schon gar nicht als essentieller Wegweiser wahrnehmen. ja, sie haben den gesellschaftlichen Umgang damit schon sehr verinnerlicht, obwohl sie noch näher an dieser Kraft dran wären. Kinder können das nämlich noch sehr gut. Wir sind in den meisten Fällen schon sehr an die Gesellschaft angepasst, dass wir  wissen welche Gefühle angebracht sind und welche nicht. Dabei verlieren wir aber leider auch den Zugang zu einer ganz essentiellen und wegweisenden Kraft.

Wenn Kinder nämlich ihren Emotionen (meist den schwierigen) freien Lauf lassen, dann können wir uns sehr glücklich schätzen. Die Gefühle unserer Kinder spiegeln nämlich oft unsere eigenen unterdrückten Gefühlsanteile. Sie sind eine Einladung an uns, in uns tief hinein zu horchen und unserem Körper zu lauschen, wo uns hinuntergeschluckte Emotionen noch blockieren. Bevor du also bei deinem Kind etwas ändern möchtest, horche zuerst in dich hinein. Welchen Glaubenssatz hast du zu diesem Gefühl verinnerlicht?

 

Hier eine Affirmation wie du deinen eigenen Glaubenssätze gegenüber Gefühlen verändern kannst:

Gefühle sind einfach wie sie sind! Es gibt keine falschen Gefühlsreaktionen – Gefühle sind immer richtig! Gefühle möchten gefühlt werden!

 

Gefühle sind im Körper

Nun lade ich dich zu einer kurze Anatomie der Gefühle-Session ein.

Gefühle haben ihren Sitz im Körper. Spüren wir Freude springen unsere Hände in die Luft,  unser Gesicht strahlt und Glückshormone werden ausgeschüttet. Sind wir traurig fliessen Tränen, unsere Mundwinkel neigen sich zum Boden und unserer Körper zieht sich zusammen. Sind wir wütend, spannt sich unser Kiefer an, unsere Fäuste ballen sind und unser Körper geht in Kampfbereitschaft. Gefühle sind also ganz wichtige Überlebensmechanismen ohne die es uns Menschen wahrscheinlich sonst schon längst nicht mehr geben würden. Unsere Kinder sind nun also noch immer auf dieses System programmiert. Wie kann es auch anders sein, wenn ein Baby zur Welt kommt, verhält es sich noch immer nach dem selben Programm, wie schon damals zur Steinzeit. Erst nach und nach werden wir konditioniert und angepasst an die Gesellschaft von heute. 

  

Selbstreflexion:

Welche Gefühle sind für mich mit dem „Kleber“ negativ besetzt? An welche Ereignisse in meiner Kindheit mag ich mich erinnern, wo meine Gefühle negativ bewertet wurden? Welche Gefühle wurde in meiner Herkunftsfamilie gelebt, welche wurden unterdrückt?

 

Kraftsätze für deinen Weg: 

Ich sage JA zu meinen Gefühlen, ich sage JA zu den Gefühlen meiner Kinder. Meine Gefühle und Emotionen sind richtig. Ich bin einzigartig und richtig mit meinen Gefühlen. Ich akzeptiere und schätze jedes einzelne Gefühl, das in mir auftaucht, im Bewusstsein, dass meine Gefühle mir in meinem Leben meinen individuellen Weg weisen sollen!

 

Inspiration fürs Kind: 

Ich lade dich ein mit deinen Kindern den Stimmungsflip von pro juventute (oder ein anderes Buch, welches die Vielfalt von Gefühlen darstellt) durchzuschauen. Welche Gefühle kennst du? Welche Gefühle kennen deine Kinder? Was können Auslöser für diese Gefühle sein? Was sind Reaktionen drauf? Wo im Körper spürst du dieses Gefühl? Wo im Körper spüren deine Kinder diese Gefühle?

Der Stimmungskalender von pro juventute will dir helfen, dich besser wahrzunehmen, Verständnis für die eigenen Gefühle zu entwickeln und Bedürfnisse im Umgang mit Gefühlen ausdrücken zu lernen. Hier gehts zum Stimmungsflip …